Trauma, seine Bewältigung durch Somatic Experiencing (SE), eine moderne Form der Trauma - Therapie
Was ist ein Trauma?
„Ein psychisches Trauma ist ein Zustand starker Furcht, den wir erleben, wenn wir mit einer plötzlichen, unerwarteten und potentiell lebensbedrohlichen Situation konfrontiert werden, auf die wir selbst keinen Einfluss haben und auf die wir nicht effektiv reagieren können, so sehr wir uns auch bemühen mögen“... (Raymond B. Flannery)
Trauma, seine möglichen Auslöser:
Traumatische Reaktionen erfolgen immer dann, wenn der Mensch mit seinen physischen, psychischen oder geistigen Anpassungsmechanismen in seiner Umwelt kurzfristig umfassend - oder langanhaltend partiell - überfordert ist. In Definitionen werden die Auslöser für Traumata mit Ereignissen umschrieben, die sich außerhalb normaler menschlicher Erfahrung bewegen und die auf jeden Menschen stark belastend wirken. Damit sind ungewöhnliche Erfahrungen gemeint, wie massive Bedrohung des eigenen Lebens und der körperlichen Integrität, sowie schwerwiegende Bedrohungen und Schädigung nahestehender Menschen. Dazu gehören auch übermächtige visuelle Eindrücke, wie sie bei schweren Unfällen, Kriegsereignissen und Auswirkungen durch brutale Gewalt entstehen. Diese von außen auf den Menschen einwirkenden Ereignisse sind außerhalb des Spektrums normaler menschlicher Erfahrung und haben im allgemeinem Verständnis das Potential, ein Trauma zu bewirken. Das Entscheidende aber, was ein Geschehnis traumatisch macht, sind folgende Voraussetzungen:
a) die Intensität und Dauer eines bedrohlichen Ereignisses,
b) die Bedeutung, die das Opfer dem Geschehnis, insbesondere den damit einhergehenden
Gefühlen, zuschreibt,
c) die Vorerfahrung des Betreffenden in Bezug auf traumatische Ereignisse,
d) die neurophysiologische Verarbeitung des Ereignisses, im Kontext mit diesen drei
Aspekten.
Neurophysiologische und biologische Untersuchungen (Bessel A. van der Kolk, Mc Farlane, Peter Levine, Scott u. Stradling, Bowlby) haben ergeben, dass der Mensch nicht nur auf die spektakulären, die Person in ihrer Existenz bedrohenden Ereignisse mit traumatischer Symptomatik reagieren kann, sondern dass auch anhaltender Stress in den Entwicklungsjahren eines Kindes in Form von Vernachlässigung, („prolongend duress stress disorder -PDSD-, Scott und Stradling 1994) Misshandlung oder massiven Trennungserfahrungen bei chronischen Krankheiten etc. zu langfristigen neurophysiologischen Folgen im Sinne einer traumatischen Belastungsstörung führen kann. Bei Menschen, die ein Trauma erfahren haben, können scheinbar unspektakuläre, oft unerwartete Ereignisse, innerhalb von Sekundenbruchteilen all die Empfindungen eines in der Vergangenheit traumatisch verarbeiteten Geschehens aktivieren und zu einem Wiedererleben einer Traumaerfahrung führen.
„Traumata in ihrer individuellen Symptomatik müssen als Ergebnis eines komplexen Beziehungsgefüges zwischen psychologischen, physiologischen und sozialen Prozessen gesehen werden, das in Abhängigkeit vom Reifezustand des Opfers als auch von der Zeitspanne, die die Person dem Trauma ausgesetzt war, variiert“... (Bessel A. van der Kolk)
Die Traumaentwicklung
Ein kurzer Überblick:
Nach wie vor reagiert der Mensch instinktgeleitet auf grenzüberschreitende Bedrohungen wie vor hunderttausenden von Jahren mit dem in der Evolution des Menschen erworbenen Reiz- Reaktions-Zyklus und den Optionen Angriff, Flucht und Totstellreflex. Sind Kampf oder Flucht als instinktive Reaktionen auf Bedrohung nicht mehr möglich, verfallen Säugetiere, einschließlich der Menschen in die angeborene Überlebensstrategie des Totstellreflexes, identisch mit der Immobilitäts- oder Erstarrungsreaktion.
Zitat von P. Levine: ..- die Erstarrungsreaktion, eine der drei instinktiven Reaktionen auf existentielle Bedrohung, ist der Schlüssel zum Geheimnis der Entwicklung des menschlichen Traumas...“
Was geschieht, wenn wir uns als Mensch bedroht fühlen? Instinktiv orientieren wir uns und versuchen die Gefahr einzuschätzen. In diesem Prozess wird in unserem Gehirn ein Programm in Gang gesetzt, das dem Organismus signalisiert, dass er sich auf eine Abwehrreaktion vorbereiten muss. Wird das Geschehen als existentielle Gefahr erkannt, kommt es über die HHN-Achse (Hypothalamus-Hypophyse-Nebennieren) zu einer Aktivierung, bei der im Organismus ein Energiepotential bereit gestellt wird, das den Körper für Kampf- oder Fluchtreaktionen befähigt. Diese Vorgänge sind automatische Überlebensreaktionen, ähnlich wie Reflexe. Sie werden in den basalen Hirnstrukturen, besonders jenen des Stammhirns und des limbischen Systems gesteuert und sind durch das Bewusstsein nicht zu beeinflussen. „Fight or flight“, Kampf oder Flucht...- sind wir damit erfolgreich, kommt es als Folge dieser Aktivität zu einer natürlichen Entladung der für unser Überleben zur Verfügung gestellten Energie und unser System wird sich nach einer gewissen Zeit wieder regulieren und sein Gleichgewicht erreichen. Ist das Ereignis so überwältigend, dass weder Kampf noch Flucht möglich sind, wird in dem Prozess die letzte, das Leben erhaltende Option eingeleitet, nämlich die „Erstarrung“. Am Anfang dieses Prozesses steht die beschriebene Aktivierung auf der HHN-Achse. Wenn die vom Stammhirn initiierten Impulse für den Kampf oder die Flucht aus bestimmten Gründen nicht zur Ausführung kommen und die Bedrohung als nach wie vor bestehend wahrgenommen wird, kann die Alarmreaktion nicht gestoppt werden. So erreicht letztlich das Energiepotential im Organismus ein so hohes Aktivierungsniveau, welches dann die normale Funktionsweise des Nervensystems außer Kraft setzt. Die einsetzende Immobilität und die Erstarrung führt zur Supprimierung der in den basalen Hirnzentren mobilisierten Energie. Die während des Geschehens erlebten Empfindungen und Gefühle des Entsetzens, des Gelähmtseins, der Hilflosigkeit und des Schreckens werden im Körperbewusstsein engrammiert und an das supprimierte Energiepotential gekoppelt. So werden sie als unerträgliche Gefühlspotentiale von dem Zugang des bewussten Erlebens abgespalten - dissoziiert -, um damit im übertragenen Sinne „das Unerträgliche, erträglich zu machen“.
Finden unsere Regulationsmechanismen keine Möglichkeit der Entlastung, entwickelt sich die vielfältige Symptomatik des posttraumatischen Stresses bis hin zu den diagnostischen Kriterien der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).
Zitat von P. Levine: “...Traumata entstehen, wenn bei der Überforderung des Nervensystems der ursprüngliche Zyklus von Orientierung, Flucht und Kampf nicht vollständig durchlaufen werden konnte, beziehungsweise gar nicht erst zustande kam..., somit ist ein Trauma eine biologisch unvollständige Antwort des Körpers auf eine existentiell bedrohlich erfahrene Situation..., es manifestiert sich im Körper und nicht im Ereignis..., ...ein Trauma ist nicht als Persönlichkeitsstörung zu sehen...“ „
Die Symptomatologie der traumatischen Belastungsstörungen nach den klinisch-diagnostischen Leitlinien, ICD-10
Die extremste Form von Stress ist der durch ein traumatisches Erlebnis verursachte traumatische Stress.
Von posttraumatischem Stress spricht man, wenn Stress nach einem traumatischen Vorfall weiterhin bestehen bleibt (PTS)
Erst wenn posttraumatischer Stress so stark wird, dass er die im ICD-10 unter (F43.1) beschriebenen Symptome hervorruft, ist die Bezeichnung posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) gerechtfertigt.
Die Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (K-PTBS) ist die Folge extremster Traumatisierung.
A) Der posttraumatische Stress (PTS)
Die Symptomatik des akuten posttraumatischen Stresses zeigt sich nach einem zeitnah erlebten traumatischen Geschehen variabel und vielgestaltig.
Innerhalb der ersten Verarbeitungsphase wirken die Betroffenen scheinbar normal und ruhig, manchmal etwas abwesend, unaufmerksam und in sich zurückgezogen.
Der phasenweise auftretende Wechsel in ein hohes Erregungsniveau kann zu Wutausbrüchen oder Panikanfällen führen und sich mit körperlichen Symptomen wie Herzrasen oder Schweißausbrüchen zeigen. Danach treten wieder Rückzugssymptome, Erschöpfung und Depressionsempfindungen in den Vordergrund. Konzentrationsprobleme und Benommenheit komplementieren das Bild. Das Denken scheint blockiert, die Gedanken kreisen immer wieder um das Erlebte.
Diese Symptome sollten vorübergehender Natur sein und spontan innerhalb weniger Tage abklingen. Die Schwere und Intensität, die neurophysiologische Verarbeitung des Ereignisses, sowie Besonderheiten, wie ein sehr hohes oder ein sehr junges Alter können als potentielle Faktoren zur Entwicklung einer PTBS führen. Frühere belastende Ereignisse und ein Mangel an sozialer Unterstützung können die Symptomatik verstärken.
B) Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
Die PTBS (F 43.1) ist in dem ICD-10 unter den Belastungs- und Anpassungsstörungen zu finden. Es wird von einem auslösenden Ereignis ausgegangen, welches eine außergewöhnliche Bedrohung darstellt oder von so entsetzlichem Ausmaß ist, dass es bei nahezu allen Menschen eine tiefgreifende Verzweiflung auslöst. Beispiele sind Naturkatastrophen, Kampfhandlungen bei Krieg, ein schwerer Unfall, Folter, Vergewaltigung und andere Verbrechen.
Typische Merkmale sind das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (flashbacks) oder in Träumen. Das Vermeiden von Umständen, die der Belastung ähneln könnten bestimmt das Verhalten. Plötzliche Übererregbarkeit, Ein- und Durchschlafstörungen, erhöhte Schreckhaftigkeit bei kleinsten Anlässen, die die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten, wechseln mit Phasen völliger Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber.
Diese Symptome sind häufig mit einer depressiven Symptomatik assoziiert und Suizidgedanken sind nicht selten. Drogeneinnahme oder übermäßiger Alkoholkonsum können als komplizierende Faktoren hinzukommen.
Die Störung folgt dem Trauma in einer Latenz, die Wochen bis Monate dauern kann.
Späte, chronifizierte Folgen von extremer Belastung, d.h. solche, die noch Jahrzehnte nach der belastenden Erfahrung bestehen, sind unter F62.0 (andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung) zu klassifizieren.
C) Die komplexe posttraumatische Belastungsstörung (K-PTBS)
Dem Stressorkriterium dieser Belastungsstörung (ICD-10, F.62.0) ist eine extreme Traumatisierung zugeordnet, wie sie bei Erlebnissen im Konzentrationslager, Folter, langjähriger Geiselhaft und Gefangenschaft und bei langjährigem sexuellen Missbrauch vorliegt. Zusätzlich zu der Symptomatik der oben beschriebenen PTBS werden hier weitere Symptome im Bereich sozialer Kompetenz mit gravierender Persönlichkeitsänderung subsummiert,
Insbesondere besteht sie in einer feindlichen und misstrauischen Haltung der Welt gegenüber, im sozialen Rückzug, dem Gefühl der Leere und Hoffnungslosigkeit, der Entfremdung, sowie dem chronischen Gefühl von Nervosität bei dem Empfinden von ständigem Bedroht sein.
Organismische, psychologische und soziale Aspekte der posttraumatischen Belastungsstörung
Traumata können nur aufgedeckt werden, wenn die Symptome, die auf ihr Bestehen hinweisen, erkannt werden.
A) Die autonome Übererregbarkeit oder Hypervigilanz. und das intensive Wiedererleben
Nur wenige Symptome geben uns einen besseren Einblick in das Wesen eines traumatischen Erlebens wie das Symptom der autonomen Übererregbarkeit oder Hypervigilanz. Hypervigilanz ist eine direkte und augenblickliche Manifestation eines starken Erregungszustandes, in den wir bei Gefahren versetzt werden (real existierend oder nur subjektiv als Gefahr empfunden), mit dem Sinn, den Ursprung der Bedrohung zu identifizieren.
Der Alltag traumatisierter Menschen steht unter dem Vorzeichen des Traumas (gegenüber dem sie in ständiger Alarmbereitschaft verharren). Während Menschen mit einer PTBS gegenüber ihrer Umwelt häufig zu einem emotional gehemmten Verhalten neigen, reagieren sie auf bestimmte Anlässe als ob die Bedrohung der Existenz noch immer präsent wäre. Selbst wenn sie das Trauma bewusst verarbeitet haben, empfinden viele traumatisierte Menschen auch weiterhin Angst und erhöhte körperliche Erregung bei an das Trauma erinnernde Situationen, bei kleinsten emotionalen Reizen, oder auch nur lauten Geräuschen. Innerhalb von Sekundenbruchteilen werden dann all die Empfindungen eines in der Vergangenheit bedrohlich erlebten Geschehens reaktiviert. So kann z.B. ein Vergewaltigungsopfer auf das normale Herannahen eines unbekannten Mannes mit Panik reagieren.
Der Verlust der Affektregulierung führt bei traumatisierten Menschen unbewusst dazu, dass sie unmittelbar vom Reiz zur Reaktion übergehen, ohne sich der auslösenden Empfindung bewusst zu sein. Auch bei kleineren an das Trauma erinnernden Anlässe, neigen sie einerseits zu heftigen Emotionen von Furcht, Angst, Wut oder Panik, andererseits zu Reaktionen die in sich das Phänomen der Erstarrung tragen (Ohnmachtsempfinden, Sprachlosigkeit etc.). Menschen, die unter Hypervigilanz leiden, sind extrem wachsam mit der Neigung zur Schreckhaftigkeit, sie entwickeln oft einen ängstlichen oder/und scharfsichtigen Blick, mit wachsender Tendenz, Gefahren zu sehen wo es keine gibt.
B) Die Bedrohung, die nirgends zu finden ist
Da das Traumageschehen in den basalen Zentren der Hirnstruktur, auf der Ebene des Stammhirns und des limbischen Systems verarbeitet wird, bringt die autonome Reaktion mit sich, dass der Zugang zu den Inhalten des Traumageschehens unbewusst und deshalb nicht beeinflussbar ist. Damit wird verhindert, den Ursprung der Bedrohung mit/in dem schon durchlebten Traumageschehen aus der Vergangenheit zu identifizieren, was zur Folge hat, die Bedrohung in dem Geschehen des Augenblicks zu suchen. So wird bei einem auslösenden Anlass die alte, möglicherweise schon vor Jahren erlebte und verinnerlichte Gefahr in die Gegenwart projiziert und mit dem äußerem Geschehen und dem inneren Erleben in Verbindung gebracht. Ständig wird dann der Ursprung der Bedrohung (wo ist sie, von wem geht sie aus?) und ihr Wesen (was ist sie?) zu erfassen gesucht.
C) Schlafprobleme und Lernstörungen
Sowohl Kinder als auch Erwachsene mit einer solchen Übererregbarkeit und dem Verlust der Affektregulierung haben häufig unter Schlafproblemen zu leiden. Sie sind unfähig, sich vor dem Einschlafen zu entspannen und fürchten, Alpträume zu haben. Viele Traumatisierte berichten von „Traumabbruchschlaflosigkeit“; sobald sie anfangen zu träumen, wachen sie auf - aus Angst, der Traum werde sich zu einem traumatischen Alptraum entwickeln. Physiologische Übererregung stört die Fähigkeit, sich zu konzentrieren und aus Erfahrungen zu lernen. Es entwickelt sich pathologisch verminderte Aufmerksamkeit.
D) Chronische Hilflosigkeit und anhaltendem Gefühl von Niedergeschlagenheit
Alle Traumaopfer erleben dieses Phänomen in gewissem Maße. Menschen, die sich mit der Hilflosigkeit im Traumageschehen identifiziert haben, fällt es schwer, in neuen Situationen präsent zu sein. Wenn ihr Nervensystem auf ein Ereignis mit einem Anstieg der Erregung reagiert, gehen sie nicht wie ein gesunder Mensch zu einer Orientierungs- und/oder Verteidigungsreaktion über, sondern wechseln aus dem Erregungszustand meist sofort in den Zustand der Hilflosigkeit oder gar Immobilität. Sie sind weder in der Lage zu fliehen, noch in kritischen Situationen ihre Interessen durchzusetzen. Es besteht eine Tendenz, nach Erklärungen zu suchen, die ihre Empfindungen der Ohnmacht und Hilflosigkeit rechtfertigen und bestätigen könnten.
E) Dissoziation und Erinnerungsstörungen
Die Dissoziation im Verlauf der Traumaentwicklung hat den Sinn, die übermächtigen Gefühle, die mit der Bedrohung einhergehen, dem bewussten Erleben zu entziehen. Chronisch traumatisierte Menschen, auch Kinder, können ganze Aspekte ihrer Persönlichkeit abspalten. Viele Menschen leugnen, dass sie traumatisiert sind, indem sie behaupten „es sei doch nichts besonderes passiert“.
Bei manchen Erlebnissen entwickeln Betroffene eine Amnesie und neigen dazu, auf das Gefühl der Bedrohung mit Kampf oder Flucht zu reagieren. Später können sie diese Reaktion nicht mehr erinnern.
Viele Traumaopfer haben sich mit ihren Symptomen mehr oder weniger abgefunden. Sie leben in einem Zustand der Resignation und versuchen gar nicht mehr, den Weg einer seelisch gesunden Lebensweise zu finden.
F) Betäubung und Reaktivität
Nach einer Traumatisierung hören viele Menschen auf, Freude an der Erkundung ihrer Umwelt oder der Teilnahme an Unternehmungen zu entwickeln. Sie versuchen den quälenden inneren Empfindungen aus dem Weg zu gehen. Es kann ein Empfinden entstehen, als ob sie „der Welt abhanden gekommen“ seien. Chronische Angst und emotionale Taubheit verhindern Gefühle. Es gelingt nicht mehr, Bedürfnisse zu erkennen und zu artikulieren. Der fehlende Bezug zu sich selbst führt zu Antriebsschwäche, Lustlosigkeit, Depression und Somatisierungen. Bei Kindern führt dieses emotionale „Betäubt-sein“ dazu, dass sie sich zurückziehen, sich nicht an spielerischen Interaktionen beteiligen und dadurch häufig isoliert werden.
In ihrer Kindheit traumatisierte leiden aufgrund der Dissoziation häufig an Alexithymie - an einer Unfähigkeit, instinktive Grundempfindungen wie Zorn, Freude oder Furcht in ihr Bewusstsein zu übernehmen.
Die Unfähigkeit, Körperempfindungen in Gefühle und Worte zu übersetzen, hat zur Folge, dass die Betroffenen Emotionen lediglich als physische Probleme erleben. Dies richtet vor allem in intimer und vertrauter zwischenmenschlicher Beziehung verheerende Schäden an, da die Kommunikation vorwiegend über Erregungs- und Spannungsmuster, sowie über Somatisierungen abläuft. Solche Menschen versuchen in erster Linie über psychosomatische Krankheiten mit ihrer Umwelt in Kontakt zu kommen.
Ein beunruhigender Aspekt bei Dissoziation und emotionaler Taubheit betrifft besonders Jugendliche, die ein sehr hohes Maß an äußerer Stimulation benötigen, um das Gefühl von Lebendigkeit zu haben. Das führt zu Risikoverhalten und Anfälligkeit für den Missbrauch von Drogen.
G) Aggression
Nach Untersuchungsergebnissen von Bessel A. van der Kolk (Psychiater und Traumaforscher, New York) erhöhen Missbrauch, Misshandlung und/oder Vernachlässigung in der Kindheit die Wahrscheinlichkeit von hoher Aggression, Autoaggression, Delinquenz und kriminellem Verhalten. Grenzverletzendes Verhalten und Traumaentwicklung sind aber keinesfalls nur ein Problem sozial schwacher Schichten. Ein Beispiel dafür sind die Männer der Nachkriegsgeneration, deren Väter noch das Grauen und die Traumata durch den Krieg erlebt haben. Sie erfuhren nicht selten Gewalt, die traumabedingt die Väter noch Jahrzehnte nach dem Geschehen bei geringfügigem Anlass überschwemmte. Diese so betroffenen Söhne, die seit Jahren selbst Väter sind, kämpfen noch heute mit den Auswirkungen mangelnder Affektregulation seitens ihrer Väter und geben diese Problematik an ihre Kinder weiter.
Nicht nur die Erfahrung der Gewalt gegen den eigenen Körper, sondern auch das Erleben von Gewalt gegen Mitglieder der Familie sind traumatisierend. Das traumatische Ereignis ist oft aber nicht so tiefgreifend, dass es den Betroffenen ständig im Sinne einer PTBS belastet. Bestimmte Ereignisse, die mit einer Infragestellung oder Entwertung der Autorität einhergehen, vermögen den Affektdurchbruch auszulösen. Selten wird ein Zusammenhang mit dem eigentlichen Trauma hergestellt. Dies bezieht sich auch auf Paar-Beziehungen.
H) Die Traumawiederholung
Ein Trauma kann unbewusst die Motive und Antriebskräfte unseres Verhaltens bestimmen.
Betroffene fühlen sich magnetisch von Situationen angezogen, die das ursprüngliche traumatische Erlebnis auf offensichtliche oder weniger offensichtliche Weise wiederholen.
Meist führt das Erleben zu einer erneuten Traumatisierung und nicht wie erhofft, zu einem Abschluss des Zyklus in Form von Kampf. Die in solchen Geschehnissen am Ende dann doch erneut aktivierte Erstarrung verhindert die aggressive Durchsetzungskraft. Hier finden wir die Menschen, die immer wieder zu Opfern werden. Die geschlagenen Kinder schlagen als Eltern ihre Kinder, das missbrauchte Mädchen, setzt sich als Erwachsene professionell dem sexuellen Missbrauch aus.
I)Traumatischer Stress
Generell löst jede psychische Belastung eine Stressreaktion aus, die ihren Ausdruck im Spektrum der Empfindungen von Erregung bis hin zur Angst findet.
Grundsätzlich werden als Stress wahrgenommene Belastungen als kontrollierbar oder unkontrollierbar bewertet.
Stress im Sinne einer traumatischen Belastungssituation wird als unkontrollierbar, da der Affektkontrolle entzogen, empfunden.
Im Gegensatz zu kontrolliert bewertetem Stress führt das zu anhaltender Aktivierung der Stresshormone, insbesondere dann, wenn das Traumageschehen unbewusst, unbearbeitet und durch kleinste Anlässe immer wieder reaktiviert werden kann.
Chronisch anhaltender Stress reduziert die Wirkung der Stressreaktion, führt damit zu erheblich eingeschränkter Stressbewältigung.
„Der Neokortex hat Schuld“
Im Falle einer PTBS reagiert das Gehirn bei kleinsten Anlässen, die mit dem traumatischen Ereignis assoziiert werden, so, als würde es ein Trauma oder eine Bedrohung erleben, obwohl das tatsächlich auslösende Ereignis objektiv betrachtet einen geringeren Reiz darstellt und/oder das traumatische Ereignis möglicherweise schon Jahre zurück liegt. Das Gehirn reagiert auf den Reiz wie auf die in der Vergangenheit existentiell erlebte Bedrohung und regt das Autonome Nervensystem (ANS) an, sich auf die Abwehrreaktionen vorzubereiten.
Ein Reaktionzyklus setzt ein, dessen ursprünglicher Zweck es war, das Überleben zu sichern. Jetzt aber wird der Betroffene durch diese Symptome belastet. Verschiedene Anlässe, auch geringfügige, werden im Erleben als existentielle Gefahr wahrgenommen und stiften auch insofern Verwirrung, da die aktuelle Situation nicht mit dem inneren Empfinden der Bedrohung übereinstimmt. Der Betroffene begreift nicht, dass die Ursache, die Schwere des aktuell auslösenden Reizes, die in keinem Verhältnis zu der empfundenen Intensität und Heftigkeit seiner Reaktion steht, Auslöser einer alten, damals seine Existenz wirklich bedrohende Traumaerfahrung ist.
Dieses Problem ergibt sich aus der Tatsache, dass der hochentwickelte Neokortex, das rationale Großhirn, als relativ junger Anteil des menschlichen Gehirns, - dem Verstand, Sprache, Denken und Willen untergeordnet sind -, nicht mit dem Stammhirn und dem limbischen System - (auf dieser Ebene werden alle für das Überleben notwendigen Prozesse gesteuert) - und deren Informationen kommunizieren kann.
Der Neokortex müsste die aus dem instinktiven Teil des Gehirns stammenden Informationen aufgreifen und verarbeiten können, um die Bedrohung relativieren und einordnen zu können.
So ist auch zu verstehen, dass eine bewusste Affektsteuerung nicht greift, um das Geschehen und die daran angekoppelten Empfindungen mit Einsicht und Verhaltenskorrektur zu beeinflussen.
Die Methoden der Psychotherapie kommen hier an ihre Grenzen. Nicht einmal das gesprochene Wort wirkt entlastend. Eine wirkliche Heilung stellt sich nur dann ein, wenn dem Nervensystem die Möglichkeit der Selbstregulation zurückgegeben wird.
„Erfolgreiche Psychotherapien verändern das Gehirn“ Aus einem Interview mit Eric Kandel, 2006. Medizinnobelpreisträger
Die Behandlung von Traumata, durch die Somatic Experiencing (SE), einer modernen Form der Trauma-Therapie Zitate von Peter A. Levine:
...“ Trauma ist die vielleicht am häufigsten ignorierte oder verharmloste und missverstandene Ursache menschlichen Leidens...“
...Es ist keine Krankheit, sondern eine Reaktion auf eine nicht abgeschlossene, instinktive Kampf - oder Fluchtreaktion...“ ... ...Die meisten Therapieformen berücksichtigen in der Regel nicht in ausreichender Weise die während eines bedrohlichen Ereignisses ablaufenden körperlichen und physiologischen Reaktionen. Sie orientieren sich am Ereignis, der psychischen Verarbeitung, (z.B. der Angstproblematik) und versuchen auf dieser Ebene die Symptomatik zu bearbeiten...“
Mit der Entwicklung einer Traumasymptomatik werden all die instinktiven Ressourcen des Menschen gebunden, die er normalerweise für die Entfaltung der Grundbedürfnisse wie Lustgewinn, Bindung, Kontrolle und Selbstwerterhöhung benötigt.
So ist der traumatisierte Mensch in seinem „in der Welt Sein“ fortan reduziert, insbesondere mit seinen instinktiven Potentialen, seiner Fähigkeit im Bezug zu sich und Anderen zu sein. Das betrifft ebenfalls seine Fähigkeit seine Gefühle und Empfindungen angstfrei leben zu können, Entspannung und Lustgefühl zuzulassen, sowie dem Stress angemessen zu begegnen.
Die Traumatransformation
Die Somatic Experiencing (SE) ist eine psycho-physiologische Methode der Traumabehandlung, die an der „Neuverhandlung“ des unterbrochenen Reaktionszyklus im Nervensystem ansetzt und nicht am Trauma selbst. Die Intensität, Dauer und Vorerfahrung sind zwar bestimmend für die Entwicklung eines Traumas, entscheidend für die Art und Weise der Verarbeitung ist aber letztlich die Bedeutung, die der Betroffene dem Geschehen gegeben hat und die ganz individuelle Art und Weise wie das Nervensystem die Bedrohung verarbeitet hat.
Der instinktive evolutionäre Reaktionszyklus für das Überleben endet bei einem Trauma in der Option „Immobilität“ in der Erstarrung. Damit geht einher, dass die hohe Energieladung, die für Kampf und Flucht in den basalen Hirnzentren, besonders jenen des Stammhirns und des limbischen Systems bereitgestellt, aber nicht abgerufen wurde, nach wie vor auf dieser Ebene supprimiert vorhanden ist und letztlich die Grundlage der sich entwickelnden Traumasymptomatik ist.
Das Ziel der Therapie besteht darin, dem Nervensystem die Fähigkeit zur Selbstregulation zurückzugeben. Voraussetzung dafür ist einerseits, die in der Immobilitätsreaktion gebundene „Überlebensenergie“ zu entladen, andererseits, die Überlebensinstinkte der Option „Kampf oder Flucht“ zu reaktivieren um damit den Reaktionszyklus zu einem Abschluss zu bringen.
Das therapeutische Vorgehen
Eine der wesentlichen Aufgaben und Voraussetzungen für die Heilung des Traumas ist die Ressourcenbildung, sowie die Fähigkeit, das körperliche Erleben des „felt sense“ zu entwickeln. Der Begriff wurde von Gene Gendlin entwickelt: Das unklare Kunstwort „felt sense“ hat im Deutschen eine Doppelbedeutung, „gefühlter Sinn, Verstand, zugleich spüren und fühlen“. Das Wort steht für die Erfahrung der körperlich gefühlten Gesamterfahrung.
Ressourcen und ihre Bedeutung in der Somatic Experiencing
Der Begriff „Ressource“ ist inhaltlich nur schwer fassbar. Unter dem Begriff „Ressourcen“ im Sinne der SE werden alle Möglichkeiten subsumiert, die zur Reaktivierung des vorhandenen Potentials eines Menschen beitragen und außerdem korrektive Erfahrungen im Sinne einer Traumatransformation fördern. Ressourcen können sich für den Menschen in verschiedenen Bereichen erschließen, wie Familie, Partnerschaft, Beruf, in materiellem Erfolg, etc., auf der Ebene des Bewusstseins können Ressourcen sich aus inneren Bildern, Gedanken, Imagination entwickeln. Dazu gehören auch weltanschauliche Überzeugungen, sinnliche Erfahrungen und Körperempfindungen.
Eine Sache ist nicht an sich eine Ressource, sondern wird erst dann zu einer solchen, wenn sie von einem Menschen für dessen individuelle Zwecke genutzt wird. Ressourcen müssen erfahren und empfunden werden, auf der Verstandesebene allein haben sie keinen Nutzen. Ihre Wirkung zeigen sie erst als Komponente eines Rückkopplungsprozesses, wenn sich für den Menschen daraus ein Empfinden der Entlastung und Entspannung ergibt.
Eine Ressource auf der Ebene des Körperempfindens zu spüren und zu integrieren, setzt die Focussierung auf das Wahrnehmen des „felt-sense“ voraus.
Das „felt sense“, das körperliche Empfinden
Die Methodik des “felt sense“ bringt uns in Kontakt mit unserem Körperempfinden und schafft einen Zugang zu unserer verschütteten Emotionalität, die im affektiven Körpergedächtnis gespeichert ist.
Das „felt sense“ ist keine mentale Erfahrung, sondern ein physisch-körperliches Gewahrwerden unserer Befindlichkeit in der Situation des Hier und Jetzt.
Wir folgen damit nicht den Gedanken und Ideen unseres Verstandes, der uns möglicherweise sagt, was wir glauben empfinden zu müssen, sondern richten den Focus unserer Wahrnehmung auf die am Körper orientierten Prozesse, die wir als Botschaften aus unserem Inneren erhalten. Es gelingt uns damit die unmittelbaren Körperempfindungen wahrzunehmen und diese von den Empfindungen zu trennen, die üblicherweise durch den „Filter des bewertenden Neokortex“ vorgegeben werden.
Es ist ein Weg der inneren Achtsamkeit, eine Art Entdeckungsreise zu einer körperlich gespürten Beziehung zu sich selbst.
Mit Hilfe dieser zwei therapeutischen Komponenten, dem felt-sense und der Ressourcenbildung geschieht eine Aktivierung der Traumathematik immer nur unter dem Aspekt der Rückkopplung auf eine Ressource und gibt dem Betroffenen dadurch eine Sicherheit, die es ihm erlaubt, sich auf den Prozess der Traumatransformation einzulassen.
Die Traumatransformation
Wie und auf welcher Ebene sich uns das Trauma darstellt, in Form von Stresssymptomatik, Angst- und Panikstörungen, somatoformen Schmerzstörungen, vegetativen Regulationsstörungen, immer geht es neben dem therapeutischen Bezug zu dem Klienten darum, diesen zu unterstützen, eigene Ressourcen zu entdecken und zu etablieren. Dabei greifen wir die Ressourcen auf, die uns der Klient anbietet.
Je massiver ein Trauma jedoch eingewirkt und sich im Organismus manifestiert hat, desto stärker wurde der Bezug zum Körperempfinden abgespalten. Dies hat zur Folge, dass die am Organismus orientierten Ressourcen meist nicht stabil genug sind.
Dann muss es ein Schwerpunkt der Arbeit sein, die Reaktivierung und den Aufbau körpereigener Ressourcen zu fördern. Über körperpsychotherapeutische Arbeitsansätze und dem „felt sense“ wird der Bezug des Klienten zu sich selbst bewusst gemacht und gefördert. Für den Betroffenen werden in diesem Prozess bewusst wahrnehmbar Ressourcen entwickelt, auf die er sich während des Aufarbeitungsprozesses beziehen kann.
Man kann es sich als eine Art „sichere Insel“ vorstellen, auf die der Betroffene sich zurückziehen kann, wenn er bedrohliche Empfindungen verspürt, die Aspekte der Traumasymptomatik sind.
Dabei ist es wichtig die Selbstermächtigung des Patienten zu fördern, ihn immer wieder spüren zu lassen, wo seine Ressource liegt, wie stabil diese Ressource ist und ihn zu befähigen, selbstbestimmt in diesem Prozess voranzugehen
Zitate von P.Levine:
„...Das Pendeln zwischen dem Problemempfinden und der Ressource führt dazu, dass die im Erstarrungsprozess gebundene „Überlebensenergie“ in kleinsten Schritten „aufgetaut“ und entladen wird...
...Nicht die intensive Emotion, oder gar die Katharsis, wie in früheren Therapien teilweise angestrebt, ist der Schlüssel zur Auflösung des Traumas, sondern das körperliche Empfinden (felt sense) in der Rückkopplung auf die Ressource ist der Schlüssel zur Heilung des Traumas...“
In der Traumatransformation pendeln wir von der Ressource zur Traumathematik und zurück. Wir nehmen die Botschaften der Traumathematik wahr und stellen über die Rückkopplung zu der Ressource einerseits Distanz zur der Problematik her, gleichzeitig aber wird der Bezug zur Ressource als Sicherheit und Orientierung benutzt.
In diesem Prozess, in dem wir Körperempfindungen und Grenzen wieder herstellen, beginnen wir immer dort, wo die Grenzen intakt sind, das heißt, wo eine Ressource im Körpererleben integriert wahrgenommen werden kann.
Auf organismischer Ebene stellen sich in diesem Prozess des Pendelns von der Ressource zu dem Problemempfinden und zurück Empfindungen ein, die einen Entladungsprozess anzeigen. Das zeigt sich in Form von Kribbeln, Wärme bis zu Hitzeempfindungen, anhaltendem Zittern, Zucken, Lauf- und Kampfimpulsen in den Extremitäten. Überlassen wir uns diesen Empfindungen, werden diese Entladungsprozesse entlastend, lebendig, in der weiteren Entwicklung auch entspannend erlebt.
Natürlich werden in diesem therapeutischen Prozess die traumatischen Aspekte der Traumaentwicklung aktiviert und teilweise schmerzhaft wahrgenommen.
Ist der Betroffene mit dem Entladungsprozess überfordert, meist dadurch, dass Grenzen in der Traumathematik überschritten wurden, werden körperliche Stressreaktionen wahrnehmbar.
Dies wären Zeichen dafür, die Ressourcen zu aktivieren und im weiteren Prozess behutsamer in kleineren Schritten vorzugehen. Dieser Prozess der Transformation der Traumadynamik führt dazu, dass dann letztlich der Organismus seine Fähigkeit der Selbstregulation zurückgewinnt, womit er seine im Traumageschehen verlorenen Flexibilität zurückerlangt und damit seine Lebensenergie wieder verfügbar hat.
Zitat von P.Levine:
Gerade durch die Strategie des „Neuverhandelns“ - im Gegensatz zu Neuinszenierung und Wiedererleben einer traumatischen Episode - bietet die SE ein wirkungsvolles Werkzeug in der Transformation von Trauma und der Verbesserung der Integration. Durch angemessene Nutzung der körpereigenen Ressourcen zur Wiederherstellung des Gleichgewichtes können wir durch unterschiedliche Schichten von Schmerz, Konflikt und Entwicklungsstillstand vordringen zu jenen verschütteten natürlichen Selbstheilungskräften, die die tief verankerten Nachwirkungen von Trauma zu heilen vermögen.
Karl Dieter Meier-Thomas , im August 2007
Literatur:
Damasio, A.R. Descartes Irrtum. Fühlen und das menschliche Gehirn. München 1995
Gendlin, Gene, Focusing, ro ro ro 2002
Heller, D.P. und L.S., Crash Kurs zur Selbsthilfe nach Verkehrsunfällen, Synthesis 2003
Hüther, Gerald, Biologie der Angst, Vandenhoeck 2002
Ledoux, Joseph, Das Netz der Gefühle -Wie Emotionen entstehen - dtv. 2003
Levine, Peter A. Trauma-Heilung, Synthesis 1998
Renn, Klaus, Focusing / Dein Körper sagt dir wer du werden kannst, Herder 2006
Ressourcen, Hrsg: H. Schemmel u. J. Schaller, dgvt - Verlag 2003
Rothschild, Babette, Der Körper erinnert sich, Synthesis 2002
Ornstein, R. Evolution des Bewustseins. Ursprünge und Perspektiven. Freiburg i.B. 1996
Van der Kolk, Traumatic Stress, Junfermann 2000